Geschichte

Ortsgeschichte von Gammelsdorf

Die nachweisbare, weil schriftliche Quellen vorhanden sind, Geschichte von Gammelsdorf beginnt im Jahre 1075, mit der Nennung des Namens Gamanolvesdorf. Der Gründer des Ordens war zweifelsfrei ein gewisser Gamanolf, er gab ihm dann auch seinen Namen oder sein Name wurde von anderen an das Dorf gegeben. Das Geschlecht der Kamanolfe war an der Wende des 8. Jahrhunderts oder in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts an der Pfettrach begütert; das heutige Gandorf bei Mauern ist auch eine Gründung der Gamanolve, in Peterswahl schenkte der Priester Ekkihart, der im Jahre 819 als Verwandter des Kamanolf bezeichnet wird, seinen Besitz dem Bischof in Freising; zum ersten Mal urkundet ein Kamanolf an hervorragender Zeugenstelle mit seinem Verwandten Fritilo um 783, als Bischof Atto Grundstücke in Thulbach auf dem Tauschwege gegen solche in Lern erwirbt, ebenso urkundet er bei der genannten Schenkung seines Verwandten, des Priesters Ekkehart, bis 824 unterschreibt er nochmals sechsmal als Zeuge. Die Gamanolfe erscheinen in der Ahnenreihe der Thulbacher Grafen, einem damals sehr mächtigen und einflußreichem Geschlecht.Ist nun jener Gamanolf, den wir in der Zeit zwischen 783 und 824 kennengelernt haben, der Gründer unseres Gammelsdorf oder ist es sein Vater oder Großvater? Da das Dorf selbst erst 1075 mit einem Heriman de Gemanolvesdorf urkundlich erscheint müssen wir, um diese Frage mit einiger Wahrscheinlichkeit beantworten zu können, andere Gesichtspunkte in Betracht ziehen. Dr. Walter Schreyer weist in seiner Untersuchung über die „Entwicklung der altbayerischen Hügellandschaft zwischen Amper und Donau „ S. 56 darauf hin, daß Gammelsdorf ein Gewannflur besitzt. Die Gewannfluren finden sich vor allem in den großen alten Dörfern der bayerischen Ursiedelungsgebiete in den Flußtälern und deren Rainen, auch in kleineren Seitentälern, ja sogar in kleisten Tälchen aufwärts, manchmal, aber selten auch in im welligen Hügelland. Zu diesen Ausnahmen zählen in unserer Gegend Tondorf, Pörndorf und Gammelsdorf. Wo wir aber diese Gewannflur vorfinden, müssen wir an eine frühe Gründung denken. Dr. Walter Schreyer meint in Anschluß an Fehn, der über die Besiedlung des niederbayrischen Teritärlandes schrieb, etwa folgendes: Grundherrliche Familien, die ihren Sitz in großen Dörfern am Randes des Hügellandes als Weideland. Diese Striche bildeten den Anhaltspunkt für Siedlungen, die von nachgeborenen Söhnen des Grundherren gegründet und ausgebaut wurden. Die Anlage der Gewannflur wurde mitgebracht. Sie wird im Gegensatz zur Weiler- und Einödflur dadurch charakterisiert, daß aus der großen Feldflur zunächst eine, je nach Zahl der Siedler wechselnde Menge größerer Abteilungen ausgeschieden werden. Diese zerfallen wiederum in parallel geteilte, schmal steifenförmige Gebilde, deren jedes in der Regel einem anderen Besitzer eignet. Die zu einer Hofstätte gehörigen Feldstücke liegen so über mehrere Gewanne in der Markung zerstreut und befinden sich in Gemenglage. Ursprünglich gab es keine Feldwege. Nur über die Nachbargrundstücke konnte man des eigene Feld erreichen. Strenger Flurzwang, d. h. daß alle Inhaber eines Gewannes die selbe Feldfrucht anbauen mußten, war die Folge. Aus der vorhandenen Gewannflur ergibt sich als für eine Datierung der Gründung Gammelsdorf folgendes: Die Anlage einer Gewannflur erst nach 780 ist nicht denkbar. Darum muß die Gründung Gammelsdorf spätestens um 700 angesetzt werden. Der Gamanolf der Jahre 783 – 824 kann demnach kaum der Gründer von Gammelsdorf gewesen sein. Er ist Nachkomme eines Gamaolf, der wohl im Isartal gebütert war und von dorther ins Hügelland eindrang.

Über Gammelsdorf

Der Name Gammelsdorf in der Form „Gamanolvesdorf“ erscheint zum erstenmal 1075, da ein Herimanus von dort sein Gut in Schwillnach bei Ebersberg dem heiligen Sebastian durch Vermittlung des Gamanolf von Schattenhofen übergibt, er gibt diesen Besitz aber nicht ohne Gegenleistung, so lange er lebt, mußten ihm alljährlich gegeben werden: 8 Unzen Denare, eine Fuhre Wein aus Tondorf, 2 Fuhren Bier, 3 gemästete Schweine, 2 Pfung hinz, an Getreide was das Kloster von drei seiner kleineren Besitzungen in Pfeffenhausen einnimmt, ferner 2 Morgen Wiesen in Tondorf. Neben diesem Geschlecht der Herimanus finden sich im 11. Jahrhundert auch noch andere freie Grundbesitzer in Gammelsdorf; um 1080 übergibt ein Uodalrich von Gammelsdorf seines Seelenheiles wegen „propter spem celesticum“ dem heiligen Kastulus von Moosburg einen Acker und seinen Knecht Adalbert mit der Verpflichtung alljährlich 5 numui auf den Altar des Heiligen zu legen.

Um 1100 schenkt der freie Bauer Marquard ein Landgut nebst Weinberg zu Gammelsdorf als Präbende für seine Schwester Mathilde, die sich im Kloster Geisenfeld befindet.

Für die Weinberge in Gammelsdorf interessierten sich auf Grundbesitzer im Isartal. Um 1180 hat der edle Adalbero von Bruckberg einen Gammelsdorfer Weinberg im Besitz, den er am Tage, da seine Frau Ophemia in Moosburg beerdigt wurde, dem Castulusstift übergibt. Ein bedeutender Mann, Gammelsdorfs Eberhard, der in den Urkunden den auszeichnenden Namen „ Dominus“ erhält, ist in der Zeit von 1180 – 1220 sechsmal Zeuge bei Rechtsgeschäften des Moosburger Stiftes. Dieser Dominus Eberhard aus Gammelsdorf war wohl ein Ministerial der Grafen von Moosburg. Zwar kann urkundlich nur ein Hof in Gammelsdorf als Besitz der Grafen nachgewiesen werden, doch ergibt sich der tatsächliche Umfang des Moosburger Grafengutes in Gammelsdorf aus Schlußfolgerungen, die Sebastian Hiereth in seiner Dissertation über „Das Landgericht Moosburg“ zieht. Er weist darauf hin, daß bei den Aufzeichnungen der herzoglichen Güter der Jahre 1222 – 28 kein Besitz des Herzogs in Gammelsdorf verzeichnet wird, während der 3. Urbar von 1326 solchen aufführt. Er schließt daraus, daß dieser Besitz früher den Grafen von Moosburg gehörte, deren letzterer 1281 starb. Nach dessen Tod kam dieser Besitz an den Landshuter Herzog. Im 3. Urbar von 1326 wird zwar nur der „Urichshof von Golvelperch“ genannt, dagegen sagt der Gütlbuch des Kastenamts Landshut von 1338 genauer: Item Gamelsdorf ein Hof. Daselben ein Hub. Daselben ein Hof. Das Kastulusstift besaß 1359 eine Hube und eine Wiese in Gammelsdorf. Und der Urbar des Kastens Landshut von 1439 schreibt Item Gammelsdorf der Hof – Item daselb ein Hueb - Item daselb zu Gamelstorf ein Hof – Item daselbs derander Hof – Die zwen Höf hat Inn Conrat Mair. „Item daselbs der Schnitt gilt 6 Schilling 12 Regensburger Pfennig. In dieser Aufschreibung erkennen wir gut die heutigen Höfe, die einst Eigentun der Grafen von Moosburg waren und von 1338 – 1848 herzoglich blieben. Der erste Hof mit der Hube ist Grubmair. Die Hube wurde mit diesem Hof zu einem landwirtschaftlichem Betrieb vereinigt. Im Urbar von 1439 heißt es „Conrat Maier hat 2 Höfe inne“ Daselb zu Gammelsdorf ein Hof gitl 1 Pfund 48 Regensburger Pfennige, Stift 3 Regensburger Pfennige und ein Landshuter Pfennig, 1 Gans, 2 Hühner, 25 Eier, 1 Käse. –Die beiden Höfe, vereint unter dem hörigen Bauern Conrat Mayer blieben bis heute zusammen und gaben diesem Besitz den Namen: „Mayer in Höfen“ heute Mayer am Höfl.

Aus den Schenkungen des Uodalrich von 1080, der Weinbergschenkung des Edlen Adalbero von Bruckberg und anderen nicht mehr nachweisbaren Erwerbungen mag sich also der Gammelsdorfer Besitz des Moosburger Castulusstifts zusammengesetzt haben, der 1359 im Verzeichnis des Klosterbesitzes eingetragen ist: „Gamolstorff huba 5 solidi Den. Ibidem presdium sevit 60 den. Ibidem prediom „Weinlehen“ servit 3 solidi 10 den = Gammelsdorf 1 Hube zahlt 5 Schilling Pfennig, eine Sölde zahlt 60 Pfennig, das Weinlehen zahlt 3 Schilling 10 Denare.

Im Jahr 1465 erscheint die Sölde mit der Hube zusammengelegt, als Anwesen zum Pflügler und das Weinlehen ist der Lehner von 1465, da sich im Besitz des Chorherrn befindet. Auch das Kloster St. Emeran Regensburg hatte nach dem Klosterurbar von 1336 einen kleinen Besitz in Gammelsdorf, der jährlich 5 Denare abwarf und an die Zehentberechtigten und den Moosburger Bürger, Herrn von Pern vergabt war. „Habemus predioem in Gammelsdorf solspit 5 den. quod tenent decimatores et quidam ei vis Mospurgensis dominus Pern.“ Im Steuerbuch von 1465 hat das Emerankloster in Gammelsdorf keinen Besitz mehr. Das kleine Gut war in andere Hände gekommen.Die Siedlungsgeschichte ab 1465 wird dann so umfangreich, daß eine Darstellung auf diesen Seiten den gesamten Umfang sprengen würde – wir empfehlen Ihnen daher den Kauf einer Ortschronik der Gemeinde Gammelsdorf, die Sie u.a. bei der Sparkasse in Gammelsdorf, bei der Verwaltungsgemeinschaft Mauern in Mauern oder auch beim Bürgermeister persönlich erwerben können – sollten Sie sich dazu entschließen, viel Spaß beim studieren dieser außergewöhnlich umfangreichen und viel Wissen vermittelnden Lektüre.

Sprechzeiten Gammelsdorf

Kanzleistunde 1. Bürgermeister Paul Bauer:

Mittwoch 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr

Gemeindekanzlei Gammelsdorf
Am Bachberg 4
85408 Gammelsdorf
Telefon: 08766 258

Sprechzeiten Hörgertshausen

Kanzleistunde 1. Bürgermeister Michael Hobmaier:

Dienstag 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Rathaus der Gemeinde Hörgertshausen
Mainburger Straße 3
Tel.: 08764 454

Sprechzeiten Mauern

Täglich von 8.00 bis 12.00 Uhr

Tel.: 08764 89-70
nach Vereinbarung Donnerstag von 17.00 bis 18.00 Uhr

Sprechzeiten Wang

Amtsstunden 1. Bürgermeister Prof. Dr. Dr. Hans Eichinger:
Montag bis Freitag vormittags

Rathaus Mauern
Schloßplatz 2
85419 Mauern
Tel.: 08764 89-37
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