Die Abwasserentsorgung in der Gemeinde Wang

Die Abwässer aus den Haushalten und Betrieben in der Gemeinde Wang werden seit etwa 1989 mehr und mehr durch zentrale gemeindliche Kläranlagen entsorgt. Die Kanalisierung der Gemeinde erfolgte in drei wesentlichen Bauabschnitten: dem oberen Bereich (in der Karte rot eingezeichnet), dem unteren Bereich (blau) und der Au (gelb), die aber zeitlich überlappend durchgeführt wurden.

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Der obere Bereich (Bereich I)

In einem ersten Schritt wurde nach einem Gemeinderatsbeschluss vom Januar 1986 der sogenannte obere Gemeindebereich (Bergen, Sixthaselbach, Hagsdorf) zusammen­geschlossen. Dazu wurden 1989 die Kläranlage Bergen sowie die erforderlichen Pump­stationen und Kanalleitungen, zunächst nur für den Ortsteil Bergen, errichtet. Am 3.4.1990 erließ der Gemeinderat eine Anschluss- und Gebührensatzung auf Basis einer vorläufigen Globalberechnung,die (bestehende und zukünftige) Baukosten i.H.v. 3,9 Mio DM den (bestehenden und zukünftigen) Anschlussflächen von ca. 101.500 Quadratmeter Grundstücks­flächen und ca. 57.500 qm Geschossflächen gegenüberstellte.Bei Zuschüssen von 1,9 Mio DM und einem nicht umlagefähigen Straßenentwässerungsanteil von ca. 0,3 Mio DM verbleiben 1,7 Mio DM, die durch die in der Satzung festgelegten Erschließungsbeiträge (1,50 DM pro qm Grund, 27 DM pro qm Geschossfläche) erbracht wurden. Bergen wurde großteils im Mischsystem kanalisiert, d.h. Schmutz- und Oberflächenwasser der Anschließer wird über dasselbe Rohrsystem entsorgt. Der Erschließungsbeitrag für Schmutzwasser ist dabei im Rahmen der Geschossflächenermittlung, der für Oberflächen-/Niederschlagswasser durch die Grundfläche abgedeckt.

Die Ortsteile Sixthaselbach und Hagsdorf wurden 2003 kanalisiert, jedoch plangemäß im Trennsystem. Das heißt, lediglich das anfallende Schmutzwasser (Haushalts- und Betriebs­abwässer) werden der Kläranlage zugeführt, Oberflächenwasser wird in separaten Kanälen abgeleitet. Der gesamte Gemeindeteil Schweinersdorf und einige schwer erreichbare Einzelgehöfte wurden von diesem Kanalisationsschritt ausgenommen und betreiben weiterhin haushaltseigene Kleinkläranlagen.

Der untere Bereich (Bereich II)

In einem zweiten Schritt sollte nach einem Beschluss des Gemeinderates von 1989 der untere Gemeindebereich links der Isar (Thulbach, Volkmannsdorf, Isareck, Wang, Pfettrach, Zieglberg, Thalbach, Wittibsmühle und Dornhaselbach) in die 1992 fertiggestellte Kläranlage Wang entwässert werden. Auf Basis einer vorläufigen Globalberechnung erließ der Gemeinderat am 14.10.1992 eine Anschluss- und Gebührensatzung, die jedoch erst im August 1993 in Kraft gesetzt wurde. Die Globalkalkulation sah 11,6 Mio DM Baukosten vor, denen ca. 128.000 qm Geschossflächen gegenüberstanden. Mit einer Zuschusshöhe von 4,9 Mio DM verblieben 6,6 Mio DM, die zu einem Erschließungsbeitrag von 6,6 Mio : 128.000 = 52 DM/qm führten. Hier war der Grundflächenanteil nicht zu berücksichtigen, da keine Oberflächenwasserentsorgung enthalten ist.

Bei dieser Satzung machte der Gemeinderat von einer rechtlichen Ausnahmeregelung Gebrauch, der zu Folge Teilgebiete derselben Gemeinde auch nach unterschiedlichen Satzungen veranschlagt werden können, sofern es sich um baulich eigenständige Anlagen handelt und zusätzlich besondere Gründe für die Ungleichbehandlung vorliegen. Solche Gründe sah der Rat in der Tatsache gegeben, dass in Bergen im Mischsystem entwässert wurde (also nach Grund- und Geschossfläche abgerechnet wurde), in Wang dagegen im Trennsystem (allein nach Geschossfläche).

Einige Einzelhöfe, später auch der Ortsteil Thulbach wurden vom Anschluss ausgenommen. Die zunächst ausgenommene Teilsiedlung Mühlbachstraße in Volkmannsdorf wird 2008 ans Kanalnetz angeschlossen.

Ein zwischenzeitlich ergangenes Grundsatzurteil des Verwaltungsgerichtes stellte fest (BayVGH Urteil vom 12.8.1993 AZ 23 B 93.84): Die Tatsache, dass Misch- und Trennsystem vorliegt, ist kein ausreichender Grund für die Zulässigkeit einer satzungsmäßigen Trennung der beiden Gemeindebereiche. Hieraus ergab sich auch für die Gemeinde Wang Handlungsbedarf, ihr Satzungswerk entsprechend zu reformieren. Auf Basis einer erneuten Globalberechnung erließ der Gemeinderat am 9.6.1997 (einstimmig 13:0) eine neue gemeinschaftliche Satzung für den gesamten Gemeindebereich, in der Beiträge von 2,38 DM pro qm Grundstücksfläche für Oberflächenwasser und 44,15 DM pro qm Geschossfläche für Schmutzwasser festgesetzt wurden. Gebühren und Beiträge für Neuanschlüsse im gesamten Gemeindegebiet seit 11.7.1997 werden somit einheitlich berechnet, für Altanschließer wurden lediglich die Gebühren angepasst.

Die "Au" (Bereich III)

In einem dritten Schritt wurde das Gemeindegebiet rechts der Isar (die „Au", also Volkmannsdorferau und Spörerau inkl. Gewerbepark) an eine dritte Kläranlage angeschlossen, die im Zuge der Baugebietserschließung von der Erschließungsgesellschaft Gewerbepark Spörerau (EGS) vorrangig zur Entwässerung der dort geplanten Gewerbebetriebe errichtet wurde. An diese Gewerbepark-Anlage wurden auch die gesamten Haushalte und Betriebe der „Au" angeschlossen sowie einige Gebäude aus Moosburger Gemeindegebiet (im Bereich Aquapark).

Da die Kläranlage zunächst von der EGS errichtet und betrieben wurde, konnten die Herstellungskosten nicht direkt an die Anschließer weitergegeben werden. Statt dessen wurde mit Satzung vom 23.8.2000 eine pauschale Anschlussgebühr festgelegt und von allen Anschließern außerhalb der EGS-Gebiete erhoben. Dazu wurde die für die gesamte Gemeinde bestehende Satzung vom 9.6.1997 auf die früher kanalisierten Gemeindegebiete links der Isar beschränktund für die „Au" eine eigenständige Anschluss- und Gebührensatzung erlassen. Die zugehörige Globalkalkulation wurde so angelegt, dass ebenfalls 44,15 DM / qm Anschlussgebühr zu erheben waren. Mit ihrem Ausscheiden aus der EGS zum 30.6.2006 kaufte die Gemeinde die Kläranlage Spörerau einschließlich der Kanalleitungen zum Restbuchwert von ca. 1,9 Mio DM. Erschließungsbeiträge für die Gewerbeflächen hat die Gemeinde gegenüber der EGS bzw. den Grundstückskäufern bisher nicht erhoben.

Die Pumpleitung

Die Kläranlage Bergen war zunächst relativ klein konzipiert, um lediglich die Abwässer des Ortsteiles Bergen aufzunehmen. Mit Anschluss der weiteren Ortsteile Sixthaselbach und Hagsdorf sollte eine Erweiterung und Verbesserung der Anlage erfolgen. Die dafür erforderlichen Planungen waren bereits abgeschlossen, die Bauarbeiten wurden jedoch mehrfach wegen fehlender Finanzmittel verschoben. Zudem verschärfte das Wasserwirtschaftsamt München zwischen­zeitlich (zuletzt mit Schreiben vom 24.1.2007) die Abwasser­grenz­werte, so dass zur Einhaltung wasserrechtlicher Vorgaben immer höhere Sanierungs­aufwen­dun­gen an der Kläranlage drohten. Um einer notwendigen umfangreicheren Sanierung der Kläranlage Bergen zu entgehen, wurde auf Basis eines Gutachtens beschlossen, diese Anlage außer Betrieb zu nehmen und statt dessen die Abwässer des oberen Gemeinde­bereiches über eine 2008 fertigzustellende Transferleitung in den unteren Gemeindebereich zu pumpen und in die Kläranlage Wang einzuleiten.

Die Trassenführung dieser Transferleitung erfolgt teilweise über Moosburger Gebiet, da die direkte und kostengünstigste Lösung mangels der erforderlichen Grunddienstbarkeiten nicht realisiert werden konnte. Dadurch steht nun auch einigen Moosburger Bürgern die Möglichkeit offen, sich an die Kläranlage Wang mit anzuschließen.

Um die Kosten der Transferleitung möglichst gerecht auf alle Gemeindebürger verteilen zu können,ist eine einheitliche Abwassersatzung erforderlich, da sonst nur Anschlussnehmer im Satzungsgebiet zur Finanzierung der Baumaßnahmen herangezogen werden dürften.

Eine gemeinsame Satzung ist auch Grundbedingung dafür, die Zukunftsvision einer technischen Verbindung zwischen den beiden Anlagen Spörerau und Wang mittelfristig zu realisieren. Aus technischer Sicht hätte diese den Vorteil, langfristig erheblich flexibler auf Veränderungen der Abwasser­mengen reagieren zu können: Denn die Anlage Spörerau arbeitet derzeit (insbesondere wegen des noch unvollständigen Ausbaus des Gewerbeparks) an der unteren Grenze der optimalen Auslastung. Die Anlage Wang hingegen wird mit Hinzukommen der Abwässer aus dem oberen Gemeindebereich nach Informationen der Verwaltung im oberen Bereich der optimalen Auslastung operieren. Ein Umpumpen eines Teils der Abwässer von Volkmanns­dorf in die Auer Anlage würde somit langfristig beiden Anlagen zu besserem Wirkungsgrad verhelfen. Eine solche Verbindungsleitung wäre bei Bedarf relativ kostengünstig (inoffizielle Schätzungen liegen um die 75 T€) herstellbar.

Die gutachterliche Studie vom 12.4.2006

In einer Studie aus dem Jahr 2006 untersuchte das Ingenieurbüro Dippold und Gerold GmbH im Auftrag der Gemeinde folgende vier Varianten auf ihre Wirtschaftlichkeit:

  1. Betrieb von drei Kläranlagen (Bergen, Wang, Spörerau)
  2. Betrieb der zwei Kläranlagen Wang und Spörerau
  3. Betrieb nur einer Kläranlage (Spörerau)
  4. Betrieb der zwei Kläranlagen Bergen und Spörerau.

Die Variante 2 wurde dabei als die wirtschaftlichste, die Variante 1 als die unwirtschaftlichste Lösung ermittelt.

Im Rahmen des Gutachtens wurden auch die Istzustände der Kläranlagen ermittelt. Schon damals wurde die gutachterliche Empfehlung ausgesprochen, Abwässer von Volkmannsdorf in die Kläranlage Spörerau überzuleiten.

Was ist eine Globalberechnung?

Zur Ermittlung der Beiträge und Gebühren im Rahmen der Abwassersatzungen ist zwingend vorgeschrieben, dass die Kosten im Rahmen einer sogenannten Globalberechnung (oder Globalkalkulation) ermittelt werden (vgl. BayVGH Urteil vom 23.4.1998).

Hierin werden die gesamten Herstellungskosten (abzüglich der erhaltenen Zuschüsse) den Anschlussflächen gegenübergestellt. Als Anschlussfläche für Oberflächenentwässerung (Niederschlagswasser) wird die Grundstücksfläche berücksichtigt, für die Schmutzwasser­entsorgung (Abwasserkanal und Kläranlagen) wird die Geschossfläche als Bewertungs­maßstab herangezogen.

Wichtig ist dabei, dass nicht nur die - zum Zeitpunkt der Baumaßnahme - aktuellen Kosten und Flächen in die Rechnung eingehen, sondern auch solche, die in absehbarer Zeit (das sind nach herrschender Rechtssprechung etwa 15 Jahre) voraussichtlich hinzukommen werden. Sind also etwa im Bebauungsplan bereits Baugebiete ausgewiesen, so müssen sowohl die geschätzten Kosten für deren Anschlüsse, als auch die geschätzten Grundstücks- bzw. Geschossflächen in die Globalberechnung mit aufgenommen werden. Weiterhin müssen absehbare Investitionen der nächsten Jahre Berücksichtigung finden. „Der für das gesamte Entsorgungsgebiet zu erwartende Investitionsaufwand, soweit er bei der Feststellung des Beitragssatzes noch nicht genau feststeht, kann dabei geschätzt werden.", sagt der Verwaltungsgerichtshof. Da naturgemäß zukünftige Entwicklungen nur in sehr grober Abschätzung im Vorhinein absehbar sind, liegt darin natürlich eine große Unsicherheit. Was politische Spielräume zulässt und was auch oft zu rechtlich schwierigen Konstellationen führen kann, die auch nachträgliche Korrekturen nicht ausschließen. Dennoch ist es gesetzlich gefordert, dass vor Erlass jeder Beitrags- und Gebührensatzung diese Globalkalkulation nach bestem Wissen und Stand der Technik durchgeführt wird. Die Globalberechnung wird im allgemeinen von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem ersten Bürgermeister erstellt und dem Gemeinderat dann zur Prüfung und Beratung im Rahmen der Beschlussfassung über die Satzung vorgelegt.

Kläranlage Bergen

Endgültige Planung 1989

Inbetriebnahme 1991

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Die Kläranlage besteht aus einem Teichsystem. Vier Klärbecken werden nacheinander vom Schmutzwasser durchlaufen: Ein Absetzteich (500 m3) und drei unbelüftete Teiche (zusammen 3000 m3). Innerhalb der Becken setzen sich Schwebstoffe am Boden ab. Mikroorganismen bauen zusätzlich schädliche Inhaltsstoffe ab, so dass der gereinigte Überlauf des letzten Klärbeckens in den Vorfluter, den Ambach, eingeleitet werden kann. Da der Ambach zeitweise recht wenig Wasser führt, werden seitens des Wasserwirtschaftsamtes relativ hohe Anforderungen an die Wasserqualität bei der Einleitung gestellt.

Eine nachgerüstete Belüftungsanlage beschleunigt und begünstigt den Klärprozess zusätzlich. Die Anlage wurde ursprünglich auf 500 EW (Einwohner-Äquivalentwerte) konzipiert und sollte plangemäß in einem späteren Ausbau auf 999 EW aufgerüstet werden.

Sixthaselbach, Hagsdorf und Teile Bergens sind durch reine Schmutzwasserkanäle an die Kläranlage angeschlossen, andere Teile Bergens im Mischsystem, also mit Kanalleitungen, in die sowohl Abwasser als auch Oberflächenwasser (Regen) eingeleitet wird. Abwasser aus Hagsdorf fließt im freien Gefälle bis Sixthaselbach, wo es ein Pumpwerk (Pumpenleistung 8,5 Liter pro Sekunde) weiter Richtung Bergen pumpt. Das Mischwasser aus Bergen wird in einem Regenüberlaufbauwerk in den Ambach entlastet, von dem eine Rohrleitung weiter zur Kläranlage Bergen führt.

Nach Aukunft des Gutachtens war die Kläranlage Bergen bereits 2005 überlastet und überschritt regelmäßig die zulässigen Grenzwerte.

Kläranlage Wang

Errichtet 1990-1992

Inbetriebnahme 1992

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Grundsätzliche Überlegungen der Gemeinde zum Bau der Kläranlage Wang gehen bereits auf das Frühjahr 1989 zurück, wo im Zusammenhang mit dem Biergarten Isareck eine entsprechende Anfrage gestellt wurde. Die Vorplanungen waren im Herbst soweit gediehen, dass am 2.10.1989 der Baugrundsatzbeschluss erfolgte.

Wie die Kläranlage Bergen besteht auch die Kläranlage Wang aus einem Teichsystem. Nach Grobreinigung im Rechen (Feinsiebtrommel) gelangt das Abwasser in den Absetzteich (1000 m3), ein Nachklärbecken und zei sog. Schönungsteiche (je 510 m3). Als Vorfluter dient hier die Amper. Die Anlage ist für 2000 EW konzipiert. Der Kläranlage darf kein Oberflächenwasser zugeführt werden.

Kanäle in Wang, Isareck und Teilen von Volkmannsdorf wurden 1991-1992 errichtet, der Kanalanschluss Zieglberg-Landl wurde 1994 geplant. 1996 wurde der Antrag auf vorzeitigen Baubeginn für die Teilleitung Thalbach-Dornhaselbach gestellt, deren Anschluss 2000 erfolgte. Das Abwasser aus Dornhaselbach wird zunächst nach Thalbach gepumpt (Pumpleistung 5,2 l/s). Von Thalbach führt eine weitere Druckpumpleitung (ebenfalls 5,2 l/s) zur Kläranlage Wang. Aus Pfettrach und Zieglberg fließen Freispiegelkanäle zur Kläranlage. Abwässer aus Volkmannsdorf werden nach Isareck gepumpt (4,4 l/s) und fließen von dort in freiem Gefälle bis zur Kläranlage weiter. Auf dem Kläranlagengelände sind weitere Pumpanlagen (10 l/s) vorhanden.

Laut Gutachten lag die (hydraulische) Auslastung der Kläranlage Wang 2005 bei etwa 30 %.

Kläranlage Spörerau

Inbetriebnahme Ende 1999

Übernahme durch die Gemeinde 2006

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Die Kläranlage Spörerau wurde von der EGS (Erschließung Gewerbegebiet Spörerau GmbH) errichtet, vorrangig zur Behandlung der Industrieabwässer aus den Gewerbeflächen. An diese Anlage wurden aber auch die Ortsteile Spörerau und Volkmannsdorferau angeschlossen. Zunächst war die EGS Eigentümerin und Betreiberin der Kläranlage, eine vertragliche Regelung zwischen Gemeinde und EGS (Vertrag über die Beseitigung gemeindlicher Abwässer vom 29.1.2001) regelte die Abwasserbeseitigung. Als Baukosten werden hierin ca. 2,5 Mio DM angegeben.

Planungen erfolgten bereits 1996, wo auch die wasserrechtliche Erlaubnis und die Erlaubnis zum vorzeitigen Baubeginn beantragt wurden.

Die Klärung erfolgt auch hier im Teichsystem, wobei das Hauptbecken mit einem Rührwerk ausgerüstet ist, das den Klärschlamm in Bewegung hält und damit den Klärprozess begünstigt. Zudem wird eine mechanische Vorreinigung im Rechen (Feinsiebtrommel) durchgeführt. Es folgt ein belüfteter Rundsandfang mit Sandseparator, ein Belebungsbecken (1177 m3) und ein Nachklärbecken. Einleitung erfolgt ausschließlich in Form von Schmutzwasserkanälen. Niederschlagswasser wird nicht zugeleitet, da im Einzugsgebiet ausreichend sickerfähiger Boden vorhanden ist, um Regenwasser lokal abzuleiten. Die Anlagengröße ist auf 3000 EW konzipiert, kann aber laut Gutachten mühelos 3.500 EW aufnehmen. Gereinigtes Wasser wird in den Isarkanal (Vorfluter) geleitet.

Von Volkmannsdorferau gelangt das Abwasser über zwei Pumpstationen (5 l/s und 4,4 l/s) zur Kläranlage. Wegen des flachen Geländes sind in Spörerau viele Anwesen im Druckentwässerungsverfahren angeschlossen.

Laut Gutachten liegt die (hydraulische) Auslastung der Anlage bei 10 %, wodurch ein ordnungsgemäßer Betrieb sehr erschwert wird. Das Gutachten schlägt daher vor, zusätzliche Zuflüsse aus Volkmannsdorf in die Anlage Spörerau einzuleiten.

Die Rolle der EGS

Die Erschließungsgesellschaft Gewerbepark Spörerau, kurz EGS, wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 4.6.1996 als GmbH mit den beiden Gesellschaftern „Gemeinde Wang" und „Isarkies GmbH & Co. KG" zu je 50 % Anteil gegründet. Ziel der EGS war die Erschließung der den Gesellschaftern gehörigen Grundstücke im Gewerbegebiet Spörerau. Da den beiden Gesellschaftern je etwa die Hälfte des zu erschließenden Gebiets gehörte, war eine Kooperation bei der Erschließung gewünscht. Zudem sollte durch die Gestaltung als GmbH das starre gemeindliche Auftragsvergabeprozedere umgangen werden und die Möglichkeit für Nachverhandlungen durch den Auftraggeber EGS eröffnet werden. So wurde etwa am 30.6.1998 vom Gemeinderat beschlossen, der EGS die Vergabe der Bauarbeiten für die Kläranlage an die Fa. Hübl zum Angebotspreis von 1,4 Mio DM zu empfehlen. Die Erschließungskosten wurden dabei über Kredite der EGS vorfinanziert und sollten später auf die Anschließer kostendeckend umgelegt werden.

Die EGS baute neben der Kläranlage und den Kanalleitungen auch die Straßen, Wasser­versorgungs­leitungen usw. für die Gewerbe­grund­stücke und erhielt dafür einen pauschalen Erstattungsbetrag von den Grundstückseigentümern bzw. den Grundstücks­käufern, zuletzt 21 €/qm Grundfläche. Nach Fertigstellung der Kläranlage war die EGS zugleich deren Betreiberin. Für die Verarbeitung der Abwässer aus dem umliegenden Gemeindegebiet, die ebenfalls der Kläranlage der EGS zugeführt wurden (aus den Ortsteilen Spörerau und Volkmannsdorferau) erhielt die EGS zudem ein Betreiber­entgelt von der Gemeinde Wang, die ihrerseits von den angeschlossenen Haushalten und Betrieben Herstellungsbeiträge und Abwassergebühren kassierte. Am 30.6.2006 schied die Gemeinde Wang einvernehmlich aus der EGS aus. Auf Basis eines in Auftrag gegebenen Gutachtens eines Wirtschaftprüfungs­instituts wurden die Ablösesummen für die Anlagen, die die Gemeinde von der EGS dabei übernahm, festgelegt. Eine Zahlung der Erschließungs­beiträge an die Gemeinde erfolgte bisher nicht, insbesondere weil deren Höhe erst mit einer neuen Satzung festzustellen ist.

Was ist ein Einwohner-Äquivalentwert, kurz EW?

In der Wasserwirtschaft wird der Einwohnerwert EW verwendet, um gewerbliche und private Abwässer in einer einheitlichen Zahl darstellen zu können. Der Einwohnerwert entspricht der Wasserbelastung eines durchschnittlichen Einwohners, also

Wasserverbrauch 200 l/Tag
Biochemischer Sauerstoffbedarf 60 g/Tag
Chemischer Sauerstoffbedarf 120 g/Tag
Stickstoff 11 g/Tag
Phosphor 1,8 g/Tag

Pro EW kann eine Kläranlage also 73 cbm Abwasser mittlerer Schmutzfracht jährlich aufnehmen und reinigen. Die gemeindlichen Kläranlagen wären also rechnerisch bei Jahreswassermengen von

  • 36500 cbm (Bergen)
  • 146000 cbm (Wang) bzw.
  • 219000 cbm (Spörerau)

an ihren Kapazitätsgrenzen. Bei überdurchschnittlicher Verschmutzung des Wassers, wie sie z.B. bei Gewerbebetrieben vorkommt, kann diese Grenze natürlich weit früher erreicht werden.

Die Wassermengen der gemeindlichen Kläranlagen in Zahlen

(Jahresabwassermenge in cbm, dahinter in Klammern die Anzahl der Anschlüsse)

  Bergen Wang Spörerau
1997 5587 (48) 20580 (126) -  
1998 5625 (54) 22738 (151) -  
1999 6107 (55) 25641 (173) 350 (5)
2000 5875 (57) 24007 (196) 1477 (6)
2001 5325 (60) 28739 (216) 4741 (62)
2002 7355 (70) 32356 (226) 9400 (85)
2003 11380 (137) 34047 (250) 15628 (112)
2004 16622 (148) 38598 (274) 15328 (131)
2005 17522 (156) 39750 (291) 13994 (140)
2006 18002 (159) 36732 (305) 14635 (147)
2007 18330 (164) 40610 (307) 18794 (153)

Sprechzeiten Gammelsdorf

Kanzleistunde 1. Bürgermeister Paul Bauer:

Mittwoch 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr

Gemeindekanzlei Gammelsdorf
Am Bachberg 4
85408 Gammelsdorf
Telefon: 08766 258

Sprechzeiten Hörgertshausen

Kanzleistunde 1. Bürgermeister Michael Hobmaier:

Dienstag 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Rathaus der Gemeinde Hörgertshausen
Mainburger Straße 3
Tel.: 08764 454

Sprechzeiten Mauern

Täglich von 8.00 bis 12.00 Uhr

Tel.: 08764 89-70
nach Vereinbarung Donnerstag von 17.00 bis 18.00 Uhr

Sprechzeiten Wang

Amtsstunden 1. Bürgermeister Prof. Dr. Dr. Hans Eichinger:
Montag bis Freitag vormittags

Rathaus Mauern
Schloßplatz 2
85419 Mauern
Tel.: 08764 89-37
Email: eichinger@mauern-verwaltung.de